Berufsunfähigkeitsversicherung – Steuer kann gespart werden

Feb 10, 2019Blog

Die Beiträge für eine Berufsunfähigkeits­­­versicherung absetzen. Ist das möglich?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann grundsätzlich steuerlich abgesetzt werden. Dies geschieht lt. § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG über den Sonderausgabenabzug von sonstigen Vorsorgeaufwendungen unter dem Punkt „Andere Versicherungen“. Dazu gehören Arbeitslosen-, Erwerbsunfähigkeits-, Berufsunfähigkeits-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikolebensversicherung sowie bestimmte Kapitallebensversicherungen, also auch die Berufsunfähigkeitsversicherung.

ACHTUNG! Höchstbeträge beachten!

Allerdings sind die jährlichen Höchstgrenzen nach oben hin gedeckelt, und zwar auf 1.900 Euro (Angestellte) und 2.800 Euro (Selbstständige). Zahlen Sie beispielsweise für die Kranken- und Pflegeversicherung mehr als die Höchstbeträge, dann können Sie bei der Berufsunfähigkeit keine Steuer mehr sparen.

Beispiele: Höchstbeträge ausgeschöpft

(Ab welchem Einkommen Sie die Beiträge für ihre Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr bei der Steuer angeben brauchen): – Es ist immer der Beitrag entscheidend. Beim Angestellten kann dies vom Bruttoeinkommen abgeleitet werden.

Angestellter:

unverheiratet – über 20.700 Euro brutto
Alleinverdiener, verheiratet über – 41.400 Euro brutto

2 Varianten: Hier können Sie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Steuern sparen

Variante 1: Rürup-Rente oder Basis-Rente

Vorteile: steuerlich aktuell mit 88% (2019) absetzbar inkl. Beiträge für die Berufsunfähigkeitsrente.
– insolvenzgeschützt (nur während der Beitragszahlungsdauer, nicht die Rente)

Bessere Absetzbarkeit von Beiträgen zur Altersvorsorge

Steuer bei Berufsunfähigkeitsversicherungen sparen durch Altersvorsorge

1 der geleisteten Beiträge zur Altersvorsorge

Daten-Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Nachteile:
– Die Renten, wenn Sie berufsunfähig sind, werden nachgelagert voll besteuert, dadurch benötigen Sie eine höhere monatliche Berufsunfähigkeitsrente.
– Da diese Variante an einen Altersvorsorgevertrag gekoppelt ist, weil mehr als 50% des Beitrags in einen Altersvorsorgevertrag fließen müssen, ist auch entscheidend, welche Verträge hier möglich sind. Eine Rürup-Rente ist ein relativ inflexibler Vertrag, da frühestens mit dem Alter von 62 auf Geld ausschließlich in Form einer monatlichen Rente zugegriffen werden kann.
– Rente ist nicht insolvenzgeschützt

Variante 2: Betriebliche Altersvorsorge

Vorteile: – Vermindert das Bruttoeinkommen, dadurch sparen Sie bei der Lohnsteuer und Sozialabgaben (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung)
– verkürzte Gesundheitsprüfung möglich
– insolvenzgeschützt (nur während der Beitragszahlungsdauer, nicht die Rente)

Nachteile:
– Die Renten, wenn Sie berufsunfähig sind, werden nachgelagert voll besteuert und es fallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an, dadurch benötigen Sie eine höhere monatliche Berufsunfähigkeitsrente.
– Sie sparen sich zwar Sozialabgaben, dadurch vermindern sich allerdings auch Leistungen für die Gesetzliche Rente, gesetzliche Erwerbsminderungsrente, Witwenrenten, Waisenrente, Krankengeld
– Kann bei einem Arbeitgeberwechsel evtl. nicht mitgenommen werden.
– Das Betriebsrentengesetz kennt keine Arbeitsunfähigkeitsklausel. Einschluss nicht möglich.
– Wer zahlt die Beiträge an den Versicherer nach 6 Wochen der Krankschreibung?
– Arbeitgeber bekommt ihre persönlichen sensiblen Daten
– Rente ist nicht insolvenzgeschützt 

Daten-Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Rolle der betrieblichen Altersvorsorge

Wenn wir unseren Mandanten alle Vor- und Nachteile darlegen, entscheiden sich 95% gegen beide Varianten.

Private Selbstständige Berufunfähigkeits­­versicherung vs. Berufsunfähigkeits­­zusatzversicherung (in Verbindung mit einem Altersvorsorgevertrag)

Grundsätzlich können Sie beide Verträge – wie oben beschrieben – bei der Steuer angeben.

Wir empfehlen immer einen separaten Vertrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Warum?
Der Versicherer, der den für Sie besten Vertrag für die Altersvorsorge bietet, muss nicht immer auch gleichzeitig die besten Bedingungen bzw. das für Sie individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestellte Konzept für einen Schutz gegen Berufsunfähigkeit bieten.

Sie sollten dabei berücksichtigen, dass bei einem Kombinationsvertrag immer eine Beitragsfreiheit bei Berufsunfähigkeit beinhaltet ist, d.h. bei Berufsunfähigkeit zahlt der Versicherer den Beitrag für den Altersvorsorgevertrag weiter. Dies sollte bei der Wahl der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente nicht vernachlässigt werden, damit Sie für den wohlverdienten Ruhestand auch weiterhin vorsorgen können.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung: Steuer auch fällig

Private Renten aufgrund Berufsunfähigkeit unterliegen der Ertragsanteilsbesteuerung.
Diese Besteuerung ist zwar geringer also bei einer Betrieblichen Altersvorsorge und Rürup/Basis-Rente, allerdings sollte auch diese bei der Berechnung der eigenen Absicherungshöhe berücksichtigt werden.

Steuer auch bei privater Berufsunfähigkeitsversicherung

Vorsorge-TIPP: Krankenversicherungsbeiträge vorauszahlen

Um trotzdem die Beiträge für die Berunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen zu können, gibt es eine Möglichkeit. Zahlen Sie bis zu 2 Jahre im Voraus die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, dann können Sie die 2 darauffolgenden Jahre die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Steuer angeben und absetzen!

Lösung:

Wie Sie sehen, ist die richtige Wahl Art der Absicherung für Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur aus steuerlichen Gesichtspunkten immer klar zu definieren, wie auch aus gesundheitlichen, persönlichen Umständen.
Eine Beratung ist bei diesem sensiblen Thema unumgänglich.

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